Rechne einmal ehrlich nach, was bei dir im Monat für Chips, Schokolade, Gummibärchen, Limo und Saft draufgeht. Bei einer vierköpfigen Familie kommen da schnell 120 bis 180 Euro zusammen, oft mehr, wenn Kindergeburtstage, Fußballabende und das Wochenendkino dazukommen. Das Tückische daran: Kaum jemand plant diese Ausgaben. Sie passieren einfach, in kleinen Beträgen an der Supermarktkasse, an der Tankstelle, am Kiosk. Genau deshalb steckt hier so viel Sparpotenzial. Wer beim Naschkram clever einkauft, spart locker 30 bis 50 Euro im Monat, ohne auf irgendetwas zu verzichten.
Der Grundpreis ist der wichtigste Spartrick
Der wichtigste Hebel ist der Grundpreis, also der Preis pro Kilo oder Liter, der klein gedruckt am Regaletikett steht. Die 45-Gramm-Tüte Gummibärchen an der Kasse kostet gerne einen Euro, das sind über 22 Euro pro Kilo. Die 1-Kilo-Packung derselben Marke liegt oft bei 6 bis 8 Euro. Gleiches Produkt, ein Drittel des Preises. Bei Getränken ist der Effekt ähnlich: Die kleine Flasche Cola aus dem Kühlregal kostet pro Liter das Drei- bis Vierfache der großen Flasche aus dem Getränkeregal. Wer sich angewöhnt, immer erst auf den Grundpreis zu schauen und nicht auf den Packungspreis, hat den halben Spartrick schon verstanden.
Großpackungen und Vorräte clever nutzen
Der zweite Hebel sind Großpackungen und Vorratskäufe. Klingt banal, wird aber selten konsequent gemacht. Haltbarkeit ist bei Süßigkeiten und Softdrinks fast nie ein Problem, Schokolade hält Monate, Chips ebenso. Wenn die Lieblingsschokolade im Angebot ist, lohnt es sich, gleich acht oder zehn Tafeln mitzunehmen statt einer. Der Preisunterschied zwischen Aktionspreis und Normalpreis liegt bei Markensüßwaren oft bei 30 bis 40 Prozent. Wer nur dann kauft, wenn es günstig ist, und dann eben auf Vorrat, zahlt praktisch nie den vollen Preis. Ein Schrank oder eine Kiste im Keller als Naschlager reicht dafür völlig. Netter Nebeneffekt: Der spontane, teure Kioskkauf entfällt, weil zu Hause immer etwas da ist.
Nach Feiertagen warten besonders große Rabatte
Richtig spannend wird es nach den Feiertagen. Ab dem 27. Dezember wandern Schoko-Weihnachtsmänner, Dominosteine und Lebkuchen mit 50 bis 70 Prozent Rabatt in die Wühlkörbe, nach Ostern passiert dasselbe mit Schokohasen und Ostereiern. Die Schokolade darin ist exakt dieselbe wie in der normalen Tafel, nur die Form ist saisonal. Wer da zugreift, deckt sich für Wochen ein. Auch nach Halloween und Valentinstag gibt es diese Abverkäufe, sie sind nur weniger bekannt. Ein fester Termin im Kalender, zwei Tage nach dem jeweiligen Fest, und der Süßigkeitenvorrat kostet nur noch die Hälfte.
Online einkaufen: Wann sich der Vorratskauf lohnt
Wer keine Lust hat, für Großpackungen durch drei Märkte zu tingeln, kann den Vorratskauf auch online erledigen. Spezialisierte Online-Supermärkte führen Süßwaren, Snacks und Getränke in Gebindegrößen, die es im normalen Supermarkt oft gar nicht gibt, ein Beispiel dafür findest du hier. Gerade bei Kisten, Multipacks und ausgefallenen Sorten lohnt der Preisvergleich mit dem Laden um die Ecke, denn der Grundpreis steht auch online bei jedem Artikel dabei und lässt sich bequem sortieren. So sieht man auf einen Blick, welche Packungsgröße wirklich die günstigste ist, ohne im Laden mit dem Taschenrechner vor dem Regal zu stehen.
Beim Online-Kauf gibt es allerdings zwei klassische Kostenfallen, die den Spareffekt auffressen können. Falle Nummer eins sind die Versandkosten. Wer für 15 Euro Schokolade bestellt und 5 Euro Versand zahlt, hat seinen Rabatt sofort wieder verspielt. Die Rechnung geht fast nur auf, wenn man Sammelbestellungen macht: einmal im Monat oder alle zwei Monate eine größere Bestellung, gerne zusammen mit Nachbarn, Kollegen oder der Familie, bis die Grenze für versandkostenfreie Lieferung erreicht ist. Die liegt bei vielen Shops zwischen 39 und 60 Euro, was bei einem echten Vorratskauf schnell zusammenkommt.
Falle Nummer zwei ist der Mindestbestellwert selbst. Er verführt nämlich dazu, den Warenkorb mit Dingen aufzufüllen, die man gar nicht wollte, nur um die Schwelle zu knacken. Die Lösung ist simpel: eine laufende Einkaufsliste führen. Immer wenn zu Hause etwas zur Neige geht oder ein Wunsch aufkommt, wandert er auf die Liste. Bestellt wird erst, wenn die Liste von allein den Mindestwert erreicht. So besteht die Bestellung nur aus Sachen, die sowieso gekauft worden wären, und die Versandkosten verteilen sich auf viele Artikel.
Bei Getränken steckt besonders viel Sparpotenzial
Ein Wort noch zu Getränken, denn da liegt oft das meiste Geld. Saft und Limo lassen sich strecken oder ersetzen: Eine Flasche Sirup für 3 bis 4 Euro ergibt mit Leitungs- oder Sprudelwasser locker 5 Liter Schorle, das schlägt jeden Fertigsaft. Wer auf Markenlimo besteht, kauft sie in der Aktion kistenweise, der Unterschied zwischen 0,49 Euro und 0,89 Euro pro Flasche summiert sich bei einer durstigen Familie auf mehrere Euro pro Woche. Und Wasser aus dem Sprudler kostet einen Bruchteil des Kastens aus dem Markt, vom Schleppen ganz zu schweigen.
Zum Schluss der vielleicht wichtigste Punkt:
Vorratskauf spart nur, wenn der Vorrat nicht schneller leer ist als geplant. Wer die 1-Kilo-Tüte offen auf den Küchentisch stellt, isst sie in zwei Tagen leer. Besser ist es, Großpackungen direkt in kleine Dosen oder Wochenportionen umzufüllen und den Rest außer Sichtweite zu lagern. Dann bleibt der Kilopreis niedrig und der Konsum trotzdem normal. Mit Grundpreis-Blick, Aktionskäufen, Feiertags-Schnäppchen und einer klugen Online-Sammelbestellung wird aus dem unkontrollierten Nasch-Budget ein planbarer Posten, und die gesparten 40 Euro im Monat sind am Jahresende ein kompletter Kurzurlaub.